Epigentik – deine Gesundheit liegt in deiner Hand

Telomere, DNA, Telomerase

„Unsere Gene bestimmen uns!“
Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört?
Schon im Biologieunterricht der Schule wurde uns die Darwins Vererbungstheorie eingetrichtert. Früher gingen wir fest davon aus, dass wir der Macht, der uns vererbten Gene, unterliegen und sie als Schicksal annehmen müssen. Häufig hörten wir: Wir sind willkürlich den Genen ausgeliefert, irgendwann kann eine Krankheit uns ohne jede Vorwarnung treffen.
Doch stimmt das wirklich?
Die Wissenschaft der Epigenetik liefert eine eindeutige Antwort: Nein!
Wir sind unseren Genen glücklicherweise nicht willkürlich ausgeliefert! Deine Gesundheit liegt in deiner Hand!

Was ist Epigenetik?

Epigenetik ist eine Wissenschaft, welche die Funktionsweise unserer Gene beschreibt, während die Genetik sich mit dem Aufbau der Gene beschäftigt. Reisen wir 20 Jahre zurück. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, dass wir durch die komplette Entschlüsselung der menschlichen DNA alle Prozesse in unserem Körper beschreiben und so alle Erkrankungen erklären können. Doch seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms durch das Humangenomprojekt wissen wir, dass die Anzahl von ca. 22.500 Genen nicht ausreicht um alle komplexen Vorgänge im Körper zu beschreiben. Denn noch komplexer und ebenfalls von großer Bedeutung ist die Regulation, also die Funktionsweise der Gene. Und diese hängt von vielen äußeren Faktoren ab, wie unserer Umwelt, Ernährung, Emotionen, Gedanken und unserer Gewohnheiten. 

Es ist unterdessen bekannt, dass nur ca. 25 Prozent unserer Lebenserwartung durch unsere Gene festgelegt ist, über 75 Prozent sind nicht durch unsere Gene bestimmt. Diese 75 Prozent können wir beeinflussen!

Epigenetik an einem Beispiel

Eine Studie an Zwillingen zeigt auf, das bei absolut identischen Genen, trotzdem komplett unterschiedliche Probleme auftreten können. In diesem Fall ist eine Zwillingsschwester an Diabetes erkrankt, die andere nicht. Bei der Analyse der Gene wurde klar, dass diese identisch sind. Aber in der Analyse des Epigenoms fanden die Forscher gravierende Unterschiede. Die genetisch identischen Zwillinge wiesen also einen Unterschied in der Regulation ihrer Gene auf [1]. 

Wie entstehen Krankheiten?

Eine „schwache Gesundheit“ ist beispielsweise eher eine Kombination aus mentalen, physischen und emotionalen Gründen. Meist greifen wir bei bestimmten Symptomen sofort nach dem Schmerzmittel, das uns von diesen vorübergehend befreit. Doch die eigentliche Krankheitsursache, die für das Symptom verantwortlich ist, wird dabei nicht behoben. Es gibt zweifelsohne einige erbliche Erkrankungen, die auf einen typischen Gendefekt zurückzuführen sind, wie beispielsweise Mukoviszidose oder die Chorea-Huntington Krankheit.

Doch chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herzleiden, chronische Müdigkeit, Depressionen oder gar Krebs, die rasant in unserer Gesellschaft an Häufigkeit zunehmen, sind nicht auf einen einzelnen Gendefekt zurückzuführen. Hierfür sind sehr komplexe Interaktionen zwischen Genen unseres Körpers und unserer Umwelt, in der wir leben, verantwortlich. Und ja Du hast richtig gehört Umwelteinflüsse spielen hier eine extrem große Rolle.

Der Schlüssel für die Prävention, Heilung & Besserung chronischer Erkrankungen oder Symptome beginnt nämlich bei Dir selbst! So wie Du den Umgang mit deiner Umwelt, deinen Gedanken & deinen Gefühlen gestaltest. Denn unsere Umwelt können wir selbst gestalten! Hiermit meine ich, was wir essen, wo wir wohnen, wie wir unser Leben gestalten, wie wir unsere Gefühlswelt leben, welche Gedanken wir haben. Wir haben so viele Möglichkeiten!

Die epigenetischen Mechanismen

Wissenschaftler legen in evidenzbasierten Studien dar, dass Umwelteinflüsse, wie Ernährung, Lebenserfahrungen, Stress und sogar unsere Gefühle in der Lage sind unsere Genaktivitäten zu verändern und das Ablesen unserer Gene zu beeinflussen.

Manche Gene können aktiv an- und abgeschaltet werden. Wie ein Lichtschalter, der das Licht an und ausschaltet. Mit anderen Worten. Es gibt epigenetische Kontrollmechanismen, die festlegen wie ein Gen oder Genabschnitt abgelesen bzw. lesbar gemacht wird. Hierfür sind bestimmte Einstellknöpfe auf der DNA und Zelle zuständig, welche zum Beispiel durch Umweltsignale von außerhalb der Zelle und unseres Körpers an- und ausgeschaltet werden können. Aus einem einzelnen Gen unserer DNA können mittels mehrerer Einstellknöpfe mehr als 2000 unterschiedliche Informationen kodiert werden.

Die Epigenetik-Wissenschaftler sind sich einig, dass diese epigenetischen Schalter an unserer DNA, die sich während unseres Lebens verändern, in unseren Körperzellen gespeichert und sogar an unsere Nachkommen weitergegeben werden.

Telomere – ein wichtiger Einflussfaktor der Epigenetik

Ein wichtiges Enzym unserer Zellen ist die sogenannte Telomerase. Wenn die Telomerase-Aktivität in unseren Zellen vorhanden ist, steigt die Reproduzierbarkeit unserer Stammzellen und fördert unsere Gesundheit. Es zeigt sich, dass Lebenserfahrungen unsere Telomerase-Aktivität hemmen oder steigern können. Chronischer Stress, falsche Ernährung oder gar Mangel an Liebe oder sozialem Umfeld, blockiert die Telomerase-Aktivität.

Telomerase & Gesundheit liegt in deiner Hand

Die Telomerase-Aktivität ist durch unseren Geist und von unserer Programmierung, die wir vor allem in unseren Kinderjahren erfahren haben, beeinflussbar. In einer Studie aus Kanada zeigt sich zum Beispiel, dass Meditation die Telomerase-Aktivität steigerte (Carlson et al 2014).

Und was wollen wir Dir damit sagen?

Die vererbten Gene haben nur solange Macht über uns, solange wir immer noch glauben keinen Einfluss nehmen zu können. Glücklicherweise sind wir Ihnen nicht willkürlich ausgeliefert. Wir können einen sehr großen eigenen Beitrag für unsere eigene Gesundheit leisten und das Ablesen unserer Gene sehr positiv beeinflussen. Hier kommt es auf unsere Gedanken, Einstellungen, Umgang mit Gefühlen, Geist und besonders auf unsere Umwelteinflüsse an. All das können wir selbst gestalten!
Somit haben wir die Macht über unsere Gene! Nicht anders herum!

Quellenangaben

[1] Studie: Dirk S. Paul et al.: Increased dna methylation variability in type 1 diabetes across three immune effector cell types. Nature Communications 7, 29.11.2016, ncomms13555
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Dr. med. Manuel Burzler | Epigenetik-Coach

Dr. med. Manuel Burzler

Arzt und Gründer

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HealVersity Verena Kneissl

Verena Kneissl

Epigentik-Coach Managerin