Heilpraktiker Fortbildung: 9 Weiterbildungsmöglichkeiten

Heilpraktiker Fortbildung

Laut Berufsordnung sind Heilpraktiker zur Fortbildung verpflichtet. Indem sie ihr Wissen vertiefen und erweitern, haben sie noch mehr Möglichkeiten, ihre Patienten ganzheitlich zu behandeln. Das Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten ist groß, du hast die Wahl zwischen fachspezifischen, fachverwandten und fachübergreifenden Heilpraktiker Fortbildungen.

Weiterbildungspflicht für Heilpraktiker

Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Fortbildung für Heilpraktiker. Dennoch haben mehrere Berufsverbände in der gemeinsamen Berufsordnung festgelegt, dass Heilpraktiker zur “stetigen Weiterbildung in den von ihnen ausgeübten Disziplinen verpflichtet “sind.

Das bedeutet, dass du dich in dem Bereich, in dem du arbeitest, stetig fortbilden musst. Bist du etwa psychotherapeutisch tätig, musst du dich in dieser Hinsicht weiterbilden. Als Heilpraktikerin für Physiotherapie musst du dein Wissen in diesem Bereich auf dem neuesten Stand halten.

Hierzu bieten die Berufsverbände jedes Jahr zahlreiche Tagungen, Kongresse und Seminare an, mit denen du Fortbildungspunkte sammeln kannst. Diese Punkte belegen, dass du deiner Weiterbildungspflicht nachkommst. 

Warum die Weiterbildung für Heilpraktiker wichtig ist

Heilpraktiker arbeiten in der Regel eigenverantwortlich. Das bedeutet, dass sie für ihr Handeln ethisch und juristisch verantwortlich gemacht werden können, wenn der Patient eine gesundheitliche Schädigung erleidet. Um dies zu verhindern, ist ein umfassendes Wissen, viel Praxis und Erfahrung unverzichtbar.

Du bist dafür verantwortlich, dir all das anzueignen – nicht nur im Rahmen der Ausbildung zur Heilpraktikerin, sondern auch darüber hinaus. 

Gerade in dem sich ständig weiter entwickelnden Gesundheitssektor ist es unerlässlich, seinen Wissensstand aktuell zu halten, insbesondere in Bezug auf rechtliche Bestimmungen, neue Behandlungsmethoden und aktuelle Forschungsergebnisse.

Fortbildungen ermöglichen es dir als Heilpraktikerin nicht nur, dein Wissen zu erweitern und zu vertiefen, sondern auch deine therapeutischen Fähigkeiten zu verbessern. Überdies fördern Weiterbildungen das berufliche Ansehen und die Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit.

Heilpraktiker Fortbildungen

Ziele der Heilpraktiker Fortbildung

Das Hauptziel der Weiterbildungspflicht für Heilpraktiker besteht darin, die Qualität der Patientenbetreuung sicherzustellen und zu verbessern.

Durch eine Fortbildung kannst du deine Kenntnisse kontinuierlich vertiefen, deine fachliche Kompetenz erweitern und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand halten. Das erlaubt es dir, den Patienten neue, aber dennoch evidenzbasierte Behandlungsmethoden anzubieten. 

Ebenso fördern Weiterbildungen auch die eigene berufliche Entwicklung. Denn sie ermöglichen es, dass du dich auf bestimmte Fachgebiete spezialisierst oder eine größere Auswahl an Behandlungsmethoden anbieten kannst. Auch davon profitieren deine Patienten. 

Fachspezifische und fachverwandte Fortbildungen für Heilpraktiker

Grundsätzlich lassen sich verschiedene Arten von Weiterbildungen unterscheiden:

  • Fachspezifische Weiterbildungen dienen dazu, deine Expertise in bestimmten Bereichen zu vertiefen oder zu erweitern. Sie bieten Einblicke in neue Forschungsergebnisse und sichern die Qualität der Behandlung. Das stärkt das Vertrauen der Patienten in deine Kompetenz.
  • Fachverwandte Weiterbildungen ermöglichen es dir, dein Behandlungsangebot zu erweitern. Damit kannst du – ganz im Sinne der Ganzheitlichkeit – eine noch umfassendere und individuellere Patientenversorgung anzubieten. Das kann nicht nur zu besseren Behandlungsergebnissen führen, sondern auch das Vertrauen der Patienten steigern.

Fachspezifische Heilpraktiker Fortbildungen

Angesichts der Vielzahl an alternativen Heilmethoden ist es verständlich, dass nicht alle Methoden in der Ausbildung zur Heilpraktikerin behandelt werden können. Genau dafür werden aber spezielle Fortbildungen angeboten, in denen du das Wissen über bestimmte Methoden vertiefen kannst. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Homöopathie, Akupunktur und Osteopathie.

1. Homöopathie

Auch die Homöopathie basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, bei dem nicht nur einzelne Symptome, sondern die gesamte Person betrachtet wird. Sie erfordert ein tiefes Verständnis für die individuellen Beschwerden und Charakteristika einer Person.

Eine Fortbildung in Homöopathie kann dazu beitragen, deine diagnostischen Fähigkeiten und dein Verständnis für komplexe Gesundheits- und Krankheitszustände zu verbessern. Homöopathie wird häufig zur Behandlung von Allergien, Haut- und Atemwegserkrankungen, chronischen Schmerzzuständen und psychosomatischen Beschwerden eingesetzt.

Die Homöopathie entspricht der naturheilkundlichen Ausrichtung der Heilpraktik. Sie setzt auf Prävention und ist darauf ausgerichtet, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken. Mit einer entsprechenden Auswahl an Seminaren kannst du entweder deine Kenntnisse in Homöopathie generell erweitern oder dich auf bestimmte Bereiche (zum Beispiel Allergien) spezialisieren.

Fortbildungen für Heilpraktiker

2. Akupunktur

Bei der Akupunktur werden bestimmte Energiebahnen durch dünne Nadeln stimuliert. In einer Fortbildung lernst du die richtigen Akupunkturpunkte und die entsprechenden Injektionstechniken, sodass du deinen Patienten auch diese Behandlung anbieten kannst.

Akupunktur lässt sich einwandfrei mit anderen Verfahren kombinieren und ist in bestimmten Anwendungsbereichen (zum Beispiel Schmerzen) auch wissenschaftlich anerkannt. Typische Anwendungsbereiche sind chronische Schmerzen, gynäkologische Beschwerden, Verdauungsstörungen sowie stressbedingte Beschwerden. 

Die Akupunktur teilt viele Ansätze mit der Heilpraktik. Sie betrachtet den Menschen ganzheitlich und setzt darauf, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und zu unterstützen. Damit fügt sie sich nahtlos in die Behandlungen eines Heilpraktikers ein. 

3. Osteopathie

Auch die Osteopathie basiert auf einem ganzheitlichen Behandlungsansatz, der darauf abzielt, das Gleichgewicht des gesamten Körpers wieder herzustellen. Dazu stellt die Osteopathie mit ihren unterschiedlichen Bereichen verschiedene Techniken bereit, die der Diagnose und Behandlung von muskuloskelettalen Beschwerden dienen wie Rücken-, Nacken- oder Gelenkschmerzen.

Insbesondere (aber nicht nur) für die Heilpraktikerin für Physiotherapie bieten Fortbildungen in Osteopathie deshalb eine gute Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten. Weitere typische Anwendungsbereiche sind darüber hinaus Kopfschmerzen / Migräne, Verdauungsstörungen sowie stressbedingte Beschwerden.

Fachverwandte Heilpraktiker Fortbildungen

Neben der Vertiefung bzw. Spezialisierung auf bestimmte Themen, die bereits in der Ausbildung genannt wurden, gibt es auch eine ganze Reihe von Fortbildungen in thematisch ähnlichen Disziplinen. Diese sind nicht unbedingt Bestandteil der Ausbildung zur Heilpraktikerin.

Doch im Zuge der ganzheitlichen Behandlung liefern sie wichtige Erkenntnisse und Möglichkeiten, um die Beschwerden der Patienten nachhaltig zu lindern. Typische Beispiele für fachverwandte Fortbildungen sind Kurse zum Thema Ernährungsberatung, Resilienztraining oder Epigenetik Coaching.

Weiterbildung für Heilpraktiker

1. Weiterbildung zur Ernährungsberaterin

Bei der Prävention und Behandlung vieler chronischer Erkrankungen spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Durch fundierte Kenntnisse in der Ernährungsberatung kannst du deinen Patienten umfassendere und spezifischere Ratschläge geben, die auf deren individuelle Bedürfnisse und Beschwerden zugeschnitten sind.

Ansonsten hilft dir das in einer Weiterbildung zur Ernährungsberatung erworbene Wissen dabei, für deine Patienten präventive Gesundheitsstrategien zu entwickeln und damit langfristig zur Verbesserung ihrer Gesundheit und Lebensqualität beizutragen.

In diesem Kontext kannst du dich ebenfalls zu einer Weiterbildung als Gesundheitscoach informieren.

2. Fortbildung im Resilienztraining

Resilienz, die psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress und Lebenskrisen, ist ein wichtiger Aspekt der ganzheitlichen Gesundheit. Für die Arbeit von Heilpraktikern spielt das eine besondere Rolle, denn viele gesundheitliche Probleme haben einen psychosomatischen Hintergrund oder werden durch Stress verschärft.

Die Resilienztechniken, die du in einer entsprechenden Fortbildung lernst, ermöglichen es dir, deinen Patienten effektive Werkzeuge an die Hand geben, um mit Stress, Angstzuständen und emotionalen Herausforderungen besser umzugehen. Dadurch können sie eine innere Stärke entwickeln, die ihr Wohlbefinden und ihre Lebensqualität erhöht.

In diesem Kontext kannst du dich ebenfalls zu einer Weiterbildung als Lerncoach oder Motivationscoach informieren.

3. Weiterbildung zum Epigenetik Coach

Die Epigenetik beschäftigt sich mit den Einflüssen von Umweltfaktoren auf die Genaktivität eines Organismus. Diese Mechanismen, die auch als epigenetische Modifikation bezeichnet werden, lassen sich möglicherweise auch therapeutisch nutzen, indem sie die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen.

Wie genau sich das Wissen über epigenetische Modifikation in eine Behandlung integrieren lässt, erfährst du in einer Ausbildung zum Epigenetik Coach, die dir neue Einsichten in die Interaktion von Umwelt und Genetik erlaubt.

Fachübergreifende Fortbildungen

Fachübergreifende Weiterbildungen umfassen Themen, die für die Arbeit jedes Heilpraktikers wichtig sind, und zwar unabhängig von deiner fachlichen Ausrichtung oder Schwerpunktsetzung.

Die darin vermittelten Kenntnisse tragen zu dem erfolgreichen Betrieb einer Heilpraktikerpraxis bei. Typische Beispiele hierfür sind Kurse in Kommunikation und Gesprächsführung, Praxismanagement, digitale Kompetenzen und Marketing.  

1. Kommunikation und Gesprächsführung

Eine Fortbildung in Kommunikation und Gesprächsführung ist für alle Heilpraktiker sinnvoll. Denn eine effektive Kommunikation ist nicht nur entscheidend für den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zu den Patienten. Gute Gesprächsführungsfähigkeiten helfen dir auch, deine Patienten besser zu verstehen und ihre Bedürfnisse und Beschwerden genau zu erfassen.

Durch empathisches Zuhören und klare Kommunikation kannst du Missverständnisse vermeiden und dadurch die Behandlungseffizienz erhöhen. Zudem brauchst du diese Fähigkeiten, um deinen Patienten komplexe medizinische Informationen verständlich zu vermitteln und sie bei der Entscheidungsfindung für ihre Behandlung zu unterstützen.

Auch im Umgang mit emotional belasteten oder schwierigen Gesprächssituationen sind solche Fähigkeiten unverzichtbar.

2. Praxismanagement und Marketing

Um eine Heilpraktikerpraxis erfolgreich zu führen, solltest du über umfassende Kenntnisse im Bereich Praxismanagement verfügen. Weiterbildungen hierzu beinhalten Themen wie Betriebsführung, Finanzmanagement und Personalwesen und vermitteln auch Wissen zu relevanten rechtlichen Aspekten einer Praxisführung.

Da sich vor bei den rechtlichen Aspekten immer wieder Änderungen ergeben können, ist es ratsam, dieses Wissen durch eine entsprechende Fortbildung für Heilpraktiker regelmäßig aufzufrischen.

Ansonsten ist gutes Marketing wichtig, um die Sichtbarkeit der Praxis zu erhöhen und neue Patienten zu gewinnen. Dies gilt insbesondere (aber nicht nur) für neu gegründete Praxen. Mit einem effektiven Marketing kannst du nicht deine Zielgruppe erreichen und sie über deine Behandlungsangebote informieren. Dabei sind nicht nur traditionelle, sondern auch digitale Kanäle zu berücksichtigen.

Heilpraktiker Fortbildung

3. Digitale Kompetenzen

Im Zuge der Digitalisierung bieten sich neue Möglichkeiten, die du in deiner Arbeit als Heilpraktikerin nutzen kannst, sofern du über das nötige Know-how verfügst. Elektronische Patientenakten, Online-Terminplanungssysteme oder Telemedizin-Angebote sind nur einige Beispiele, mit denen du die Praxisverwaltung und Patientenbetreuung effizienter machen kannst.

Online-Konsultationen haben sich in Zeiten der Corona-Pandemie als sehr wertvoll erwiesen, doch sie können auch zukünftig den Kontakt mit Patienten (zum Beispiel in ländlichen Gebieten) vereinfachen. Somit sind digitale Fähigkeiten nicht nur für die Optimierung des Praxisbetriebs, sondern auch für die Erweiterung des Patientenservices essenziell.

Mit den entsprechenden digitalen Kompetenzen ist es zudem einfacher, auf Online-Ressourcen zuzugreifen und damit leichter, auf dem neusten Stand der medizinischen Forschung zu bleiben.

Dr. med. Manuel Burzler, Mitgründer von HealVersity, ist ein Pionier im Bereich der funktionellen Medizin und Epigenetik. Seit der Gründung im Jahr 2020 setzt er seine umfassenden Kenntnisse ein, um HealVersity an die Spitze der innovativen Gesundheitsbranche zu führen.

Unter seiner Leitung hat das Unternehmen nicht nur eine führende Rolle in der Entwicklung von Konzepten für Epigenetik-Coachings eingenommen, sondern bietet auch die erste zertifizierte Fortbildung in diesem Bereich an.

Er verbindet in seiner Arbeit Persönlichkeitsentwicklung mit medizinischer Expertise, um neue Wege für das Wohlbefinden der Menschen zu schaffen.

Dr. med. Manuel Burzler | Epigenetik-Coach
Dr. med. Manuel Burzler
Med. Experte für funktionelle Medizin & Epigenetik
Ausbilder und Gründer
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