Staphisagria: Zur Linderung psychosomatischer Beschwerden

Staphisagria

Staphisagria ist ein homöopathisches Mittel mit langer Tradition. Heute wird es vor allem zur Linderung psychosomatischer Beschwerden eingesetzt, die durch bestimmte Emotionen ausgelöst oder verstärkt wurden.

Hier sind viele Anwendungen möglich, zum Beispiel:

  • zur Linderung von Magen-Darm-Problemen,
  • Hauterkrankungen,
  • Schmerzen oder
  • als Unterstützung von Personen, die ein Trauma verarbeiten müssen.

Erfahre hier interessante Informationen rund um das Stephanskraut, beliebte Anwendungsbereiche und Hinweise zur Einnahme und Dosierung.

Staphisagria, das Stephanskraut

Staphisagria (auch Stephanskraut genannt) ist ein relativ schnell wirkendes homöopathisches Mittel, das aus der Pflanze Delphinium staphisagria hergestellt wird. 

Die Pflanze Delphinium staphisagria

Das Stephanskraut (botanischer Name: Delphinium staphisagria) gehört zur Familie der Hahnenfußgewäche (Ranunculaceae) und der Gattung der Rittersporne (Delphinium). Die ca. 30-100 cm hohe Pflanze ist in Südeuropa beheimatet und wächst dort bevorzugt in trockenen, schattigen Gegenden. Sie blüht in den Sommermonaten von Mai bis August.

Ihre Blüten haben eine blassblaue oder purpurfarbene Färbung und grüne Blattspitzen. Darin befinden sich bitter-scharfe Samen (“Stephanskörner“), die Delphinin, ein giftiges Alkaloid, enthalten.

Delphinin darf auf keinen Fall unverdünnt verzehrt werden.

Es kann …

  • Magen-Darm-Probleme,
  • Krämpfe,
  • Atemlähmung
  • bis hin zum Herzstillstand

hervorrufen. Auch die Berührung der Samen kann unangenehm werden, denn bei Hautkontakt ruft Delphinin starke Entzündungen hervor.

Staphisagria Wirkung und Anwendung

Historisches: Staphisagria in der Medizin und Homöopathie

Schon in der Antike machten sich die Menschen die Wirkung von Stephanskraut zu medizinischen Zwecken zunutze, insbesondere die der giftigen Samen. Sie verwendeten die Stephanskörner gegen Läuse und Parasiten, was ihnen den Namen “Läusesamen” oder “Läusepfeffer” einbrachte.

Darüber hinaus kamen die Samen auch bei anderen Beschwerden wie zum Beispiel Juckreiz zum Einsatz. Sie sollten gegen Warzen helfen und wurden als Brech- oder Abführmittel eingesetzt. 

Mit der Entwicklung alternativer Heilmethoden im 19. Jahrhundert erlangte das Stephanskraut erneut Bedeutung. In stark verdünnter Form wurde es eingesetzt, um verschiedene Beschwerden von Verdauungsproblemen über Hauterkrankungen bis hin zu emotionalen Störungen zu behandeln. 

Auch heute noch sind die Stephanskörner die Grundlage für die homöopathische Anwendung von Staphisagria. Für die Herstellung des Mittels werden die Körper zunächst mit Milchzucker verrieben und dann mit Alkohol versetzt, bevor sie potenziert werden.

Auch wenn wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln wie dem Stephanskraut begrenzt sind, gibt es viele mögliche Anwendungsbereiche, in denen das Mittel zum Einsatz kommen kann. 

Mögliche Anwendungsbereiche von Staphisagria

Personen, die von der Wirkung von Stephanskraut profitieren, sind vom Typ her eher sanft und liebenswert und neigen dazu, ihren Kummer und Ärger lange hinunterzuschlucken, bis sie es nicht mehr aushalten. Oft entwickeln sie in dieser Zeit psychosomatische Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme, Hautreizungen oder Blasenprobleme.

Häufige Anwendungsbereiche

Stephanskraut wird vor allem bei psychosomatischen Erkrankungen eingesetzt. Im Mittelpunkt stehen Beschwerden, die durch Emotionen (z.B. Kränkung, Demütigung, Ärger) ausgelöst und längere Zeit unterdrückt wurden. Zu diesen gehören zum Beispiel Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen oder Hautausschläge.

Oft ist der Zusammenhang zwischen der Ursache und den Beschwerden nicht einfach zu erkennen, da zwischen beidem viel Zeit vergangen sein kann, in der die Betroffenen ihren Kummer und Ärger aber hinuntergeschluckt haben und sich von ihrer erlebten Erschöpfung nichts anmerken ließen. Manchmal entwickeln die Betroffenen auch eine Depression oder ein Burnout.

Traditionell kommt Stephanskraut häufig bei den folgenden Erkrankungen oder Beschwerden zum Einsatz:

1. Insektenstiche

Die Behandlung eignet sich vor allem dann, wenn sich die Insektenstiche leicht entzünden und/oder einen starken Juckreiz verursachen. Übrigens kann Stephanskraut auch eingenommen werden, um Insektenstichen vorzubeugen. Es wird angenommen, dass es den Geschmack des Blutes so verändert, dass es für Insekten ungenießbar wird und sie deshalb Stiche vermeiden.

2. Stich- und Schnittwunden

Alle Arten von (schlecht heilenden) “glattenStich- und Schnittwunden sind für die Behandlung geeignet. Dazu zählen Verletzungen durch Messer und Glas, aber auch Operationswunden. Treten im Verlauf oder nach der Heilung Narbenschmerzen auf, soll das Mittel zur Linderung beitragen.

Staphisagria Anwendung bei Wunden

3. Augenentzündungen

Verbreitet ist die Anwendung bei Augenentzündungen, die sich durch trockene, plötzlich juckende Augen bemerkbar machen und oft wiederkehren. Hierbei kann es sich um eine Bindehautentzündung, ein Hagelkorn oder Gerstenkorn, manchmal auch um entzündete Lidränder und Augenwinkel handeln. 

4. Hautausschläge

Es gibt eine Vielzahl von Hautausschlägen, für deren Behandlung sich Stephanskraut anbietet. Typisch ist ein anhaltender Juckreiz, der nach dem Kratzen den Ort wechselt, und ein Kribbeln, das sich so anfühlt, als würde eine Fliege auf der Haut laufen. Der Ausschlag selbst kann schuppend, blasenbildend oder nässend sein.

5. Zahnschmerzen

Bei Personen mit Zahnschmerzen, die von der Einnahme von Staphisagria profitieren, treten die Zahnschmerzen vor allem bei Berührung, frischer Luft und kalten oder heißen Getränken auf. Oft sind ihre Zähne besonders anfällig für Karies und werden schnell locker.

Das Stephanskraut soll akute Zahnschmerzen lindern und Entzündungsreaktionen abmildern. Darüber hinaus kann das Mittel auch vor oder nach Zahnarztbehandlungen eingenommen werden, um Angst und Unbehagen zu verringern und dem Patienten zu helfen, sich zu entspannen.

6. Kopfschmerzen oder Migräne

Kopfschmerzen und Migräne sind häufig zu beobachtende psychosomatische Beschwerden. Die Art der Schmerzen kann variieren und reicht von drückenden Schmerzen (“als läge eine Eisenkugel im Kopf“) über schneidende Schmerzen bis hin zu stechenden Schmerzen. Manchmal werden die Schmerzen beim Bücken oder Bewegen schlimmer und beim Gähnen besser. Auch hier soll Stephanskraut helfen, die Schmerzen zu lindern. 

7. Bauch- und Magenschmerzen

Bei vielen Menschen schlägt Kummer, Ärger und Stress im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen und verursacht Magen-Darm-Probleme. Diese können sich zum Beispiel in einer morgendlichen Übelkeit, Erbrechen und/oder (oft übelriechenden) Blähungen äußern. Manche Betroffene berichten von einem ständigen Heißhunger trotz vollem Magen.

8. Menstruationsbeschwerden

Frauen leiden oft unter Menstruationsbeschwerden wie schmerzhaften Blutungen, einem unangenehmen Jucken und Kribbeln sowie Bläschen im Intimbereich. Das Stephanskraut kann helfen, emotionale Veränderungen wie Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen vor oder während der Periode abzumildern und das subjektive Wohlbefinden zu erhöhen. Auch soll es dazu beitragen, Krämpfe im Unterleib zu lindern und generell den Menstruationszyklus zu regulieren.

Staphisagria Anwendung bei Menstruationsbeschwerden

9. Harnwegsinfekte

Harnwegsinfekte äußern sich durch einen häufigen Harndrang, ein Brennen beim Wasserlassen und das Gefühl, als sei die Blase niemals leer und es befinde sich konstant Harn in der Harnröhre.

Weitere mögliche Anwendungsbereiche

Darüber hinaus ist die Anwendung von Stephanskraut auch bei psychischen Problemen denkbar, wie zum Beispiel bei einer Depression. Es wird angenommen, dass es bei depressiven Verstimmungen helfen kann, wenn diese mit unterdrückten Emotionen, Verbitterung oder Schuldgefühlen einhergehen.

Möglicherweise kann Staphisagria auch bei Personen eingesetzt werden, die ein Trauma verarbeiten müssen, insbesondere wenn es um Traumata geht, die mit Demütigung oder Scham verbunden sind.

Auch bei mentaler Erschöpfung oder Burnout könnte Stephanskraut eingesetzt werden, wenn die Person das Gefühl verspürt, (emotional) ausgenutzt worden zu sein. Vielleicht kann das dazu beitragen, das emotionale Gleichgewicht wiederherzustellen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress zu stärken.

Typische Symptome

Neben den oben genannten Erkrankungen und gesundheitlichen Beschwerden gibt es oft noch weitere Symptome, die eine Behandlung mit Stephanskraut nahelegen.

Zu diesen gehören:

  • nervöses Zittern
  • hohe Berührungs- und Schmerzempfindlichkeit
  • überempfindliche, für Karies anfällige Zähne
  • starkes Jucken im Bereich der Ohren
  • Muskelschmerzen, vor allem in Beinen und Armen, am stärksten morgens vor dem Aufstehen

Auch zeigen die betroffenen Personen häufig bestimmte Verhaltensauffälligkeiten, die ebenfalls für eine Behandlung mit Stephanskraut sprechen:

  • explosionsartige Wutanfälle
  • reagiert sehr empfindlich bei Kränkungen/Beleidigungen
  • starkes Gähnen, obwohl nicht müde
  • Sexualität als Ventil
  • Besorgtheit über eigene Gesundheit bis hin zur Hypochondrie

Verschlimmerung oder Verbesserung

Beschwerden können unter bestimmten Bedingungen, in bestimmten Situationen oder durch bestimmte Verhaltensweisen schlimmer oder besser werden. Die Identifizierung von verschlimmernden und verbessernden Bedingungen ist entscheidend für die richtige Auswahl des homöopathischen Mittels, deshalb ist eine sorgfältige Befragung des Patienten unverzichtbar.

Die Beschwerden, für die eine Behandlung mit Stephanskraut angezeigt ist, zeichnen sich in der Regel durch folgende Verschlimmerungen und Verbesserungen aus: 

Verschlimmerung: 

  • durch unterdrückte Wut
  • nach peinlichen Situationen
  • nach Mittagsschlaf
  • durch leichte Berührungen
  • durch kalte Getränke
  • durch Masturbation

Verbesserung: 

  • nach der Nachtruhe
  • nach dem Essen, vor allem nach dem Frühstück
  • durch Wärme

Einnahme und Dosierung von Staphisagria

Staphisagria entfaltet seine Wirkung vergleichsweise schnell und ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Zur Verfügung stehen homöopathische Tropfen, Tabletten oder Streukügelchen (Globuli), die in jedem Lebensalter angewendet werden können.

Einnahme und Dosierung von Staphisagria

Anwendung und Dosierung bei Kindern

Für Säuglinge und Kleinkinder wird die Anwendung von Staphisagria bei Insektenstichen sowie Stich- und Schnittwunden empfohlen. Auch bei Karies (an den Milchzähnen oder bleibenden Zähnen) kann Stephanskraut zusätzlich eingesetzt werden.

Manche Kinder werden nach einem Wutanfall oder einer peinlichen Situation krank oder entwickeln verschiedene Beschwerden. Auch für sie könnte der Einsatz von Stephanskraut hilfreich sein. 

Für Kinder bietet sich die Einnahme in Tropfenform – entweder über einen Löffel oder eine Pipette – oder als Globuli an. Letztere werden einfach in die Wangentasche des Kindes gelegt.

Die empfohlene Globuli Konzentration lautet:

  • für Säuglinge (bis 12 Monate): 1 Globuli
  • für Kleinkinder (bis 3. Lebensjahr): 2 Globuli
  • Kinder (ab dem 4. Lebensjahr): 3 Globuli

Anwendung bei Erwachsenen

Grundsätzlich gilt, dass bei der Selbstbehandlung immer nur ein Mittel eingesetzt wird. Die Einnahme kann über Globuli, Tropfen oder Tabletten erfolgen. 

Sollten sich die Beschwerden im Anschluss verschlimmern und diese Verschlechterung mehrere Tage lang anhalten, sollte die Einnahme beendet werden. 

Achtung: Zwar soll das Stephanskraut auch gegen typische Schwangerschaftsbeschwerden wie übermäßiger Harndrang oder Sodbrennen helfen. Aufgrund der hormonellen Veränderungen während und nach der Schwangerschaft können aber andere Potenzen und Dosierungen erforderlich sein. Deshalb sollten schwangere und stillende Frauen Stephanskraut nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.  

Hinweise zur Dosierung bei Erwachsenen

Für die Selbstbehandlung werden die Potenzen Staphisagria D6 und D12 empfohlen, von denen jeweils 3 Globuli mehrmals täglich eingenommen werden können. Bei Augenentzündungen, Insektenstichen, Zahnschmerzen, Kopfschmerzen oder Migräne, Harnwegsinfekten, Bauch- und Magenschmerzen sollte die Einnahme von Staphisagria D6 höchstens 10 Mal pro Tag erfolgen, die von D12 höchstens 6 Mal pro Tag. 

Bei einigen Anwendungen wird eine andere Globuli Konzentration oder Häufigkeit der Einnahme empfohlen. So sollte das Mittel bei Schnitt- und Operationswunden zunächst einmal täglich eingenommen werden und das bis zu 10 Tage lang.

Bei der Einnahme von Globuli gegen Hautausschlag wird eine 2-mal tägliche Anwendung von D6 oder eine tägliche Anwendung von D12 empfohlen. Achtung, auch bei der so dosierten Anwendung von Globuli gegen Hautausschlag kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen.

Hält diese über mehrere Tage hinweg an, sollte die Anwendung beendet werden. Bei Menstruationsbeschwerden kann das Mittel in der Potenz D6 bis zu 4 Mal täglich und in D12 bis zu 2-mal täglich eingenommen werden. 

Bei chronischen Beschwerden oder dem Fokus auf der Psyche kann der Einsatz höherer Potenzen wie Staphisagria C30 oder C200 sinnvoll sein. Diese sollten jedoch nicht im Rahmen einer Selbstbehandlung, sondern nur in Rücksprache mit einem erfahrenen Homöopathen eingenommen werden.

Hinweise zur Dosierung von Staphisagria bei Erwachsenen

Behandlungsdauer von Staphisagria

Wie lange die Behandlung dauert, hängt davon ab, welche Beschwerden in welchem Ausmaß vorhanden sind. Details hierzu erfährst Du in den entsprechenden Homöopathie-Kursen in der Heilpraktiker Weiterbildung

Als Grundregel gilt jedoch, dass die Behandlung so lange fortgeführt wird, bis die Beschwerden spürbar verringert oder sogar komplett verschwunden sind. Es ist üblich, dass die Abstände zu Beginn der Behandlung relativ kurz sind, mit einer zunehmenden Besserung der Beschwerden jedoch immer länger werden können.

Dr. med. Manuel Burzler, Mitgründer von HealVersity, ist ein Pionier im Bereich der funktionellen Medizin und Epigenetik. Seit der Gründung im Jahr 2020 setzt er seine umfassenden Kenntnisse ein, um HealVersity an die Spitze der innovativen Gesundheitsbranche zu führen.

Unter seiner Leitung hat das Unternehmen nicht nur eine führende Rolle in der Entwicklung von Konzepten für Epigenetik-Coachings eingenommen, sondern bietet auch die erste zertifizierte Fortbildung in diesem Bereich an.

Er verbindet in seiner Arbeit Persönlichkeitsentwicklung mit medizinischer Expertise, um neue Wege für das Wohlbefinden der Menschen zu schaffen.

Dr. med. Manuel Burzler | Epigenetik-Coach
Dr. med. Manuel Burzler
Med. Experte für funktionelle Medizin & Epigenetik
Ausbilder und Gründer
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