Was ist ein Lerncoach?

Was macht ein Lerncoach?

Menschen lernen ihr ganzes Leben lang. Vor allem in Schule, Ausbildung und Studium wird das Gelernte ausdrücklich überprüft. Aber auch später müssen viele Lerninhalte abrufbar sein, wenn sie benötigt werden. Doch nicht jeder Mensch lernt gleich gut und auf die gleiche Weise – das gilt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. 

Um die Lernmethoden kennenzulernen, die für den Einzelnen am besten funktionieren, und dank ihnen größere Lernerfolge zu erzielen, gibt es sogenannte Lerncoaches.

Hier findest Du die wichtigsten Informationen rund um die Weiterbildung zum Lerncoach.

Was macht ein Lerncoach?

Ein Lerncoach unterstützt andere Menschen beim Lernen. Das können Schüler, Auszubildende oder Studierende sein. Oder aber auch andere Menschen, die sich in irgendeiner Form weiterbilden oder ihre Lernstrategien allgemein verbessern möchten.

Lerncoaching vs. Nachhilfe

Sowohl Lerncoaches als auch Nachhilfelehrer unterstützen Menschen beim Lernen. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede in Zielen, Schwerpunktsetzung und der angewendeten Methodik.

In der Nachhilfe geht es in erster Linie darum, Fachwissen aus einzelnen Schulfächern oder Themengebieten zu vermitteln und Wissenslücken im Lernstoff zu schließen. Dabei kommen in der Regel traditionelle Lehrmethoden (Erklären, Üben, Wiederholen) zum Einsatz.

Nachhilfe ist häufig kurzfristig und zielorientiert ausgerichtet. Sie dient beispielsweise der Vorbereitung auf eine Prüfung oder der Verbesserung der Noten in einem bestimmten Fach.

Ein Lerncoach arbeitet ganzheitlicher, um das Lernen selbst effektiver zu machen. Das Ziel besteht darin, dem Klienten Lernstrategien zu vermitteln, die seine allgemeinen Lernfähigkeiten verbessern. So bleibt das Erlernte langfristig im Gedächtnis und gerät nicht nach der Prüfung in Vergessenheit.

Hierzu kommen oft Methoden aus dem Coaching und der Pädagogik zum Einsatz, die auf eine langfristige Verbesserung der allgemeinen Lernkompetenz abzielen.

Der Lerncoach analysiert die zugrundeliegenden Lernprobleme und schlägt basierend auf dieser Analyse mögliche Lösungsmöglichkeiten vor. Diese bestehen grundsätzlich in der Hilfe zur Selbsthilfe und beziehen oft die gesamte Familie mit ein.

Am Ende des Coachings soll der Klient in der Lage sein, die im Coaching erarbeiteten Methoden selbstständig und eigenverantwortlich anzuwenden.

Ein Lerncoach unterstützt bei Legasthenie

Aufgaben eines Lerncoaches

Zu den wichtigsten Aufgaben eines Lerncoaches gehört, die Gründe für die Lernschwierigkeiten zu erkennen, denn diese sind von Mensch zu Mensch verschieden

Manche Schüler sind von Lern- und Entwicklungsstörungen betroffen.

Dazu zählen beispielsweise eine Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie), eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) oder Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS.

Auch allgemeine Lernbehinderungen, Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen können das Lernen erschweren. Abgesehen davon kann es auch noch andere Gründe für Lernprobleme geben, wie zum Beispiel eine generelle Überforderung, Motivationsschwierigkeiten, Prüfungsangst oder Mobbing.

Außerdem müssen Lerncoaches die individuellen Lernbedürfnisse jedes Klienten einschätzen. Denn je nach Hintergrund und individuellem Lernstil bieten sich andere Lernstrategien an. Der Coach muss für jeden Klienten individuelle Lösungsstrategien erarbeiten, die auf seine spezifischen Bedürfnisse und Stärken zugeschnitten sind.

Zu den weiteren wichtigen Aufgaben des Lerncoaches gehört es, die Klienten emotional zu unterstützen, um Lernblockaden zu überwinden. Lerncoaches fördern die Selbstreflexion der Klienten hinsichtlich ihrer Fortschritte im Lernprozess.

Dies stärkt deren Selbstbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten. Zudem unterstützen sie die Klienten dabei, moderne Lerntheorien in die Praxis umzusetzen.

Arbeitsfelder

Die häufigsten Arbeitsfelder von Lerncoaches sind soziale Einrichtungen und Bildungsinstitutionen. Das können Einrichtungen für Kinder und Jugendliche (Schulen, Hochschulen) sein, aber auch Einrichtungen in der Erwachsenenbildung.

Zu den weiteren Arbeitsbereichen von Lerncoaches gehören die berufliche Weiterbildung, die Familienberatung und das Elterncoaching. Sie sind auch in der Bildungsberatung und bei Non-Profit-Organisationen tätig, die benachteiligten Gruppen Bildungsunterstützung bieten.

Lerncoaches können freiberuflich tätig sein oder als Angestellte arbeiten. Beide Varianten haben ihre Vorteile: Arbeiten in einem Angestelltenverhältnis bietet finanzielle Sicherheit und schützt vor Einkommensverlusten bei Krankheiten.

Allerdings ist Dein persönlicher Freiraum hier begrenzt. Denn freiberuflich zu arbeiten, heißt, Du kannst Deine Arbeitszeit frei einteilen und bist Dein eigener Chef. Dein Einkommen hängt von der Auftragslage ab. Es kann viel Zeit und Geld kosten, sich in diesem Bereich einen Namen zu machen.

Anders verhält es sich, wenn Du das Lerncoaching neben anderen Dienstleistungen anbietest und hauptberuflich als Heilpraktikerin, Gesundheitscoach oder Motivationscoach tätig bist.

Weiterbildung zum Lerncoach

Der Begriff “Lerncoach” ist kein geschützter Begriff. Demnach gibt es auch keine gesetzlichen Regelungen darüber, wer sich als Lerncoach bezeichnen darf oder wie eine Weiterbildung zum Lerncoach aussehen muss.

Es gibt verschiedene Bildungsträger, die Weiterbildungen in diesem Bereich anbieten. Diese können aber in ihren Voraussetzungen, Formen, Dauer, Inhalten und Kosten variieren.

Voraussetzungen

Um als Lerncoach zu arbeiten, solltest Du über gute kommunikative Fähigkeiten verfügen und empathisch sein, Dich in andere Menschen gut hineinversetzen können. Du solltest Dich für die theoretischen Grundlagen von Lernprozessen und Lerntheorien interessieren, da sie einen wesentlichen Teil der Fortbildungsinhalte ausmachen.

Je nach Anbieter können sich die formalen Voraussetzungen für eine Weiterbildung zum Lerncoach unterscheiden. Oft wird eine pädagogische und/oder soziale Grundausbildung gewünscht. Es gibt aber auch Ausbildungsprogramme für Quereinsteiger, die mehr grundlegende Themen enthalten und daher länger dauern können.

Weiterbildungsformen und -dauer

Die Weiterbildung kann in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden, wobei Teilzeitausbildungen naturgemäß länger dauern. Insgesamt ist die Dauer aber sehr unterschiedlich.

Die Angebote variieren von Intensivkursen, die nur wenige Monate dauern. Sie umfassen auch umfangreichere Programme, die tieferen Einblick in spezielle Coaching-Methoden bieten und ein Jahr oder länger dauern können.

Hinweis: Kurze Intensivkurse richten sich meist an Personen mit einem pädagogischen oder psychologischen Hintergrund oder Berufserfahrung, die ihr vorhandenes Wissen vertiefen oder auffrischen möchten.

Die meisten Bildungsträger sehen am Ende der Weiterbildung eine Prüfung vor. Diese besteht in der Regel aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Hast Du sie bestanden, erhältst Du ein Zertifikat, das Deine erfolgreiche Teilnahme an der Weiterbildung bestätigt.

Weiterbildung zum Lerncoach

Weiterbildungsinhalte

Viele Weiterbildungsangebote beginnen mit einer Einführung in die Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter und geben einen Überblick über mögliche Gründe von Lernproblemen.

In diesem Themenblock erfährst Du zum Beispiel, wie sich einzelne Lernauffälligkeiten äußern können und Du zum Beispiel eine Rechenschwäche erkennen kannst. 

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, den Umgang mit solchen besonderen Lernbedürfnissen zu lernen. In der Fortbildung lernst Du hierzu spezielle Strategien, die Du bei unterschiedlichen Lernschwierigkeiten anwenden kannst.

Im Mittelpunkt der Fortbildung stehen jedoch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu verschiedenen Lernmethoden und Techniken. Beispiele hierfür sind unter anderem:

  • Lese- und Rechtschreibtechniken
  • Leselernstrategie nach der SQ3R-Methode
  • Mnemotechniken zur Steigerung der Gedächtnisleistung
  • Mindmaps
  • Sprachlernmethode
  • Lernkarteien

In der Weiterbildung lernst Du, wie Du eine produktive Lernumgebung und effektive Gruppenarbeit gestaltest. Ebenfalls erfährst Du, was gutes Zeitmanagement und eine effiziente Arbeitsorganisation ausmacht.

Ebenfalls wichtig sind Übungen zur Motivationsarbeit und solche, mit denen Du das Selbstbewusstsein Deiner Klienten aufbauen beziehungsweise stärken kannst.

Neben dem theoretischen Teil gibt es üblicherweise einen praktischen Teil. Darin lernst Du die Anwendung des Gelernten in der Praxis anhand von Fallstudien, Rollenspielen oder sogar realen Coaching-Sitzungen unter Supervision.

Kosten der Fortbildung

Genau wie die Art, Form, Dauer und Inhalte der Weiterbildung, variieren auch die Kosten der Fortbildungsangebote. Auch wenn die Kosten bei der Entscheidung für eine Fortbildung eine wichtige Rolle spielen, sollten sie jedoch niemals das alleinige Kriterium für einen bestimmen Anbieter sein.

Vielmehr solltest Du die Inhalte der Fortbildung und auch auf die Seriosität des Anbieters, die Qualifikation der Dozenten und den Umfang an zusätzlichen zur Verfügung gestellten Ressourcen und Materialien achten.

Hinweis: Je nach Vorbildung und beruflicher Tätigkeit kannst Du die Fortbildungskosten unter Umständen anteilig oder komplett steuerlich geltend machen.

Für wen ist eine Weiterbildung zum Lerncoach geeignet?

Die Weiterbildung zum Lerncoach steht grundsätzlich jedem offen, der sich für Lernen und Lernprozesse interessiert und Menschen helfen möchte, effektiver zu lernen. 

Erfahrungsgemäß sind das meistens Personen, die schon erste Erfahrungen im pädagogischen oder sozialen Bereich gemacht haben wie zum Beispiel Lehrer, Sozialpädagogen oder Erzieher. Es gibt aber auch Eltern, die sich für das Lerncoaching interessieren, um ihren eigenen Kindern zu helfen.

Lernschwierigkeiten können nicht nur in Schule, Ausbildung und Studium zu Problemen führen, sondern auch im Alltag. Wer ganzheitlich arbeitet, sollte dies im Hinterkopf behalten und kann seinen Patienten oder Klienten mit einer entsprechenden Fortbildung vielleicht auch in diesem Bereich helfen.

Deshalb eignet sich die Fortbildung zum Lerncoach auch für viele, die schon eine andere Coach Ausbildung, zum Beispiel:

Übrigens: Von den hier vermittelten Inhalten und Lernstrategien kannst Du auch selbst profitieren, zum Beispiel in der Weiterbildung zum Ernährungsberater oder in Kursen zum Resilienztraining.

Dr. med. Manuel Burzler, Mitgründer von HealVersity, ist ein Pionier im Bereich der funktionellen Medizin und Epigenetik. Seit der Gründung im Jahr 2020 setzt er seine umfassenden Kenntnisse ein, um HealVersity an die Spitze der innovativen Gesundheitsbranche zu führen.

Unter seiner Leitung hat das Unternehmen nicht nur eine führende Rolle in der Entwicklung von Konzepten für Epigenetik-Coachings eingenommen, sondern bietet auch die erste zertifizierte Fortbildung in diesem Bereich an.

Er verbindet in seiner Arbeit Persönlichkeitsentwicklung mit medizinischer Expertise, um neue Wege für das Wohlbefinden der Menschen zu schaffen.

Dr. med. Manuel Burzler | Epigenetik-Coach
Dr. med. Manuel Burzler
Med. Experte für funktionelle Medizin & Epigenetik
Ausbilder und Gründer
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